In der Nacht hat es uns ordentlich durchgeschüttelt. Die Windböen haben ganz schön am Bulli gezerrt und gerüttelt. Unser Schutzengel hat dennoch alles unbeschadet überstanden, nur Anjas Flip-Flops mussten wir auf der anderen Seite vom Bulli wieder aufsammeln.
Anja hat für heute ein tolles Programm zusammengestellt. Als erstes fahren wir mit dem Motorrad einen tolle Bergstraße mit vielen Serpentinen hoch hinauf in den Lovćen-Nationalpark. Je höher wir kommen, umso mehr sind wir froh, dass wir heute wieder lange Hosen und einen Pulli angezogen haben und insgeheim wünschen wir uns noch dickere Kleidung. Oben im Nationalpark gibt’s eine kleine Wanderung. Eigentlich sollte die etwas größer ausfallen, die Anfahrt hat dann doch mehr Zeit gebraucht als vermutet. Im Anschluss geht’s weiter über wunderbar kurvige Straßen nach Cetinje. Wir schauen uns das dortige Kloster an (da ist man dann auch in 5 Minuten fertig) und treten dann langsam auch wieder die Weiterreise an. Wir wollen ja noch Kotor besuchen.
Anja hält die ganze Strecke gut durch und übersteht fast 1,5 Stunden am Stück – das ist neuer Rekord. Wir kämpfen uns durch den Stadtverkehr von Kotor – auf dem Zweirad sind manche Manöver möglich, die vielleicht nicht immer ganz mit der Straßenverkehrsordnung konform sind, aber irre viel Zeit sparen. So erreichen wir den zentral gelegenen Motorradparkplatz und finden auch gleich eine Lücke fürs Motorrad.
Wir schlendern durch die engen Gassen der schönen Altstadt und müssen feststellen, dass wir nicht so ganz alleine sind. Klar, vor Kotor ankern heute “nur” 3 Kreuzfahrtschiffe und von Landseite werden die Touristen mit Bussen hergefahren. Wir lassen uns durch die Straßen treiben, bis mich der Hunger und ich Anja plage. Kommt selten vor (glaube ich zumindest), aber sie spürt es scheinbar. Sie ist natürlich schon bestens auf diese Situation vorbereitet und schüttelt sofort ein Vorschlag aus dem Ärmel, wo wir Essen können. Als wir dort ankommen sieht alles super lecker aus (zumindest mit meinem Hunger) nur sagt der Betreiber, dass es ca. 30 – 45 Minuten dauern wird, bis wir unser Essen bekommen würden. Es musste eine Alternative her. Anja hat Google Maps befragt und eine Döner-Bude aufgetan, die quasi um die Ecke ist.
Die Platte mit 1 Kilogramm Fleisch wird bestellt (schon mit dem Wissen, dass wir für morgen was über lassen). So gestärkt geht’s zurück zum Bulli.



















