Eigentlich würden wir ja gerne mit dem Bulli auch ins Hinterland von Albanien. Jetzt ist dieses Land aber nicht gerade dafür bekannt, dass es keine Berge hätte. Um die Strecke ein bisschen besser einschätzen zu können hab ich mir die Höhenprofile aller möglichen Strecken intensiv angeschaut. Je länger ich versucht habe etwas rauszulesen, um so mehr bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es vielleicht nicht die beste Idee ist.
Der Wunsch blieb trotzdem, also versuchen wir heute mal zwei von den Strecken mit dem Motorrad zu erkunden und gleich noch das bekannte “Blue Eye” und die Stadt Gjirokastër anzuschauen. Um kurz von 9 Uhr saßen wir im Sattel und fuhren in Richtung Berge. Am Blue Eye angekommen bzw. dem Parkplatz weist uns ein netter Herr gleich eine Lücke zu. Er möchte dann gleich mal 300 Lek (ca. 3,30 €) Parkgebühren. Auf meine Nachfrage, warum ein Motorrad gleich viel kosten soll, wie ein Auto reagiert er nicht. Wir sind gut vorbereitet und kennen auch schon einen alternativen Parkplatz in der Pampa – kostenlos.
Von unserem Parkplatz bis zum offiziellen Weg sind wir komplett alleine. Auf dem Hauptweg merken wir recht schnell, dass wir nicht alleine sein werden. Das Blue Eye ist eigentlich so ähnlich wie der Blautopf in Blaubeuren, nur halt ein bisschen schöner. Das Wasser ist kristallklar und sprudelt aus der Tiefe empor. Wir laufen ein bisschen drum herum machen ein paar Fotos und finden dann einen etwas idyllischeren Rückweg durch den Wald auf der anderen Uferseite. Durch eine Abkürzung, die auf keiner Karte verzeichnet ist, kommen wir direkt am Motorrad wieder raus.
Weiter geht’s über den Muzinë-Pass in Richtung Gjirokastër. Mir ist jetzt schon recht klar, dass ich hier nicht unbedingt mit dem Gespann drüber will.
In der Stadt angekommen müssen wir uns erst einmal stärken. Restaurantchefrecherchiererin Anja ist natürlich wieder besten vorbereitet und lotst mich mit dem Motorrad zielsicher durch die Straßen zu einem Lokal. Es soll sehr beliebt bei den Einheimischen sein und gut lokale Küche haben. Wir bestellen und vermuten bei den Preisen nicht die größten Portionen. Wir haben alles aufgegessen – es hätte vermutlich auch die Hälfte gereicht. Frisch erholt (und vollgefuttert) geht’s hoch zur Burg und wir flüchten uns nach drinnen vor dem aufziehenden Regenschauer. Die Szenerie ist klasse, wäre da nicht der Gedanke an den Heimweg von ca. einer Stunde. Egal – darüber kann man ja auch später nachdenken. Nach der Burg kommen wir gerade noch rechtzeitig zur letzten Führung des Tages in den Atombunker von Gjirokastër. Als wir wieder aus dem Bunker herauskamen scheint die Sonne. Perfekt. Wir tauchen noch in den “Basar” ein und besuchen die dortige Moschee.
Als wir zum Motorrad kommen merken wir schon, dass wir etwas später dran sind als geplant und fahren in Richtung Ksamil. Es dämmert und wir fahren über einen anderen Pass zurück. Er ist um einiges höher, aber er hat keine so krassen Steigungen drin und die große Straße verspricht eine Fahrt ohne unvorhergesehene Stopps. Wenn wir es schaffen, dann vermutlich hier, aber eine definitive Einschätzung für das Gespann bergauf mit dem Motorrad bergab abzugeben … wir werden sehen – es wird interessant.
Wir kommen zu Hause an und was steht neben uns? Ein albanischer T3!
Da wird nicht lang gefackelt und natürlich gleich “Hallo” gesagt. Wir quatschen die zwei auf englisch an und fangen an so die Basics abzuklappern, da stellt sich raus, dass die zwei aus Deutschland sind und den T3 in Tirana für eine Woche gemietet haben.
Tom und seine Mutter tingeln durch Albanien und danach geht’s über Kroatien irgendwann und -wie wieder zurück. Total cool.



















