2026-07-03 – Matera

Jetzt aber!
6:25 morgens: Abfahrt mit dem Motorrad nach Matera!
Bei 21° C war’s so an der frischen Luft grad noch ein bisschen kühl. Nach 35 Minuten Fahrt finden wir einen guten Parkplatz und fangen an die Stadt zu erkunden.
Erster Eindruck: Das ist die schmutzigste Stadt, die wir in ganz Italien bisher gesehen haben. Die Müllabfuhr war gerade dabei alle Straßen wieder zu säubern. Ich dachte, dass es schon heftig ist, dass an einem Donnerstag Abend die ganze Stadt so zugerichtet wird, dass am Folgetag erst einmal wieder alles gereinigt werden muss. An einem normalen Wochentag! Ob das hier wohl jeden Abend so ist? Wie ist es erst am Wochenende? Gegen 8 Uhr verschwanden die Müllautos und die Stadt sah eigentlich wieder ganz in Ordnung aus.
Ganz normal kam es uns dann doch nicht vor und wir fragten mal wieder unseren Reiseleiter ChatGPT, ob es gestern in Matera ein besonderes Fest gab. Und ja, natürlich! Das “Festa della Bruna” (jedes Jahr am 2. Juli) – die ganze Stadt schön beleuchtet und es wird eine Madonna auf einem Wagen quer durch die Stadt gefahren. Ist diese abgeladen und der Wagen zurück auf dem Stadtplatz MUSS der restliche Wagen innerhalb von 2 Minuten von Hand auseinandergerissen werden, sonst ist das kein gutes Ohmen für’s nächste Jahr. Wenn man sich’s nicht vorstellen oder glauben kann: https://www.youtube.com/watch?v=K3HSddqb3Lk

Und wir waren nicht dabei – wir waren im Bulli, weil’s Wetter nicht so gut war! Aber wenn ich ganz ehrlich bin, sind große Menschenaufläufe gar nicht meins und von der Stadt hätten wir vermutlich auch nicht so viel gesehen. Es ist alles für irgendwas gut. Ein bisschen schade ist’s trotzdem, das Spektakel nicht gesehen zu haben.

Zurück zum Spaziergang: Als erstes geht’s zu einer kleinen Terrasse, von der aus man ganz toll einen Teil des historischen Stadtkerns überblicken kann. Ich fliege eine Runde mit der Drohne, da pirscht sich von links ein Italiener an – Fausto.

Man wünscht sich gegenseitig einen “Buon Giorno” und kommt ins Gespräch. Unser italienisch wird zwar immer besser, Fausto spricht aber sehr gut englisch und ist in seinem Redefluss auch nicht wirklich zu bremsen. Er erzählt uns quasi die ganze Geschichte von Matera und wir erfahren, dass wir gleich (oder zumindest bald) durch die drittälteste Stadt der Welt gehen dürfen – einem UNESCO Welterbe seit 1993! Er kennt die Stadt noch, als sie noch unbekannt war, noch nicht durch UNESCO bekannt wurde. Auch erzählt er uns, dass Matera schon für viele Filme Drehort war – unbekanntere und auch bekanntere, wie z. B. der letzte James Bond “Keine Zeit zu Sterben”. Und bei “Die Passion Christi” von Mel Gibson war er sogar als Komparse in etlichen Rollen mit dabei und zeigt uns die Fotos von vor 22 Jahren auf seinem Handy. Das und noch viel mehr erzählt er uns, bis wir uns endlich losreißen können und in die Gasser der Stadt eintauchen. Anfangs noch fast alleine. Später, als wir der Stadtmitte wieder näher kommen hat sich diese schon etwas gefüllt. Touristen aus aller Welt werden mit Bussen aus den großen umliegenden Städten herangekarrt. Für uns Zeit zu gehen – wir wollen wieder zurück ans Meer.

Wir hätten gerne wieder unseren einsamen Strand, an dem nichts los ist. Nur merken wir zusehends, dass die Italiener seit einiger Zeit Ferien haben und wir uns auch wieder in touristischeren Regionen bewegen. Nachdem sich das Feld der Tagestouristen gelichtet hat, konnten wir unseren finalen Stellplatz einnehmen.

Zum Abendessen gibt es heute aus der Bulli-Küche: Risotto mit Gamberetti (Schrimps).
Leider entscheiden die Mücken, dass wir nicht noch draußen sitzen bleiben können und so geht’s für uns ins Bett und wir lösen noch ein Rätsel (oder wir versuchen es zumindest).

Gute Nacht in alle Welt.

Motorradtour nach Matera

Spaziergang durch Matera

Umzug ans Meer

Stellplatz