2026-09-10 – Wandertag

Wir haben das Frühstück auf 6:30 bestellt. Am Frühstückstisch unterhalten wir uns mit der Hotelchefin (aus Magdeburg) über Albanien, den Tourismus, was sie hierher verschlagen hat und natürlich über die Berge und die bevorstehende Wanderung. Da wir spätestens um 7:30 loswollen, gehen wir noch unsere Rucksäcke fertig packen und ziehen los. Über eine Abkürzung geht es ans andere Flussufer und auf den Valbona-Theth-Hiking-Trail. Anfangs verläuft der Wanderweg schön eben entlang und teilweise sogar im aktuell trockenen Bachbett. Es dauert jedoch nicht allzu lange bis sich der Weg die Berge hoch bahnt. Es ist anstrengend und anspruchsvoll, oben werden wir dann mit einem überragendem Panorama belohnt. Am höchsten Punkt kann man in beide Täler sehen. Auf der einen Seite sieht man, was man schon alles geschafft hat und auf der anderen, was noch vor einem liegt. Bis man den Punkt erreicht, muss man aber auch erstmal knapp 1000 Höhenmeter bewältigen.

Auf der Seite von Theth geht es dann Gott sei Dank recht entspannt nach unten und das auch noch meistens im Wald. Das bedeutet Schatten und das ist bei den Temperaturen sehr fein. Wir laufen an allen Einkehrmöglichkeiten vorbei, wir haben alles dabei. In Theth haben wir uns auch nochmal ein Hotel gebucht, dann müssen wir nicht pünktlich zum Bus da sein – wäre sich aber ohne Weiteres ausgegangen. Auf den Bildern vom Hotel haben wir bei der Buchung gesehen, dass es einen Pool gibt und so ein Pool wäre ja nach den Strapazen doch sehr gut zum Entspannen. Je näher wir kamen, desto deutlich konnten wir den Pool sehen und wie schön er liegt – man kann das ganze Tal überblicken. Der Pool hat nur einen Haken -> ER IST LEER!!! Das Hotel hat beschlossen, dass die Poolsaison vorüber ist. Was? Es hat grad knapp 30°. Es hilft nichts, wir beziehen unser Zimmer und duschen uns erst einmal den Dreck der heutigen Wanderung ab. Der Staub ist durch unsere Schuhe und durch die Socken gegangen. Als die erste Dreckschicht runter ist gehen wir in den Garten und nutzen wenigstens die bequemen Poolliegen zum Relaxen.

Zum Abendessen gehen wir noch die paar Meter zum Nachbarn. Da wir etwas verärgert sind über unsere Unterkunft, weil sie keinerlei Anstalten gemacht hat, den nicht vorhandenen Pool zu kompensieren, wollen wir auch keinen weiteren Cent dort liegen lassen.
Nebenan angekommen sitzt eine lebenserfahrene Frau auf ihrem Sofa vor dem Haus. Wir hatten vorab schon Kontakt per WhatsApp (vermutlich mit der Tochter) und wussten, dass die Dame heute alles alleine machen muss, da das Personal grad ausgefallen ist. Wir wissen auch, dass die Mama nur albanisch spricht. Es ist alles dunkel und die ältere Dame winkt ab. Wir versuchen ihr klar zu machen, dass wir gerne nur was essen möchten. Nach und nach verstehen wir uns. Nach dem wir mit Händen und Füssen und Google Translator die Bestellung aufgegeben haben, setzen wir uns und warten auf unser Essen. Irgendwann ist es soweit und wir bekommen Hähnchen mit Pommes und eine Gemüsesuppe mit Fleisch. Es schmeckt klasse und ein tolles Erlebnis war es auch. Wir gehen relativ früh schlafen – wir verstehen gar nicht warum?!

Wanderung

Hotel

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