2026-07-26 – Otranto

Wie gesagt aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Anja hat eine schöne Tour geplant, die sich einen großen Teil ganz toll am Meer entlang geschlängelt hat. Auf dem Dorfplatz von Acaya gab es erst einmal Frühstück.
Mit Sicht auf das Castello verspeisten wir jeder unser Stück Kuchen und dann ging’s weiter in Richtung Otranto. Ich hoffe wir bekommen keine Post, da in der Zeit die ZTL aktiv wurde.

ZTL – Zona Traffica Limitata
Das ist ein verkehrsberuhigter Bereich, der meistens zeitabhängig geschlossen und geöffnet wird. Und das ab und zu auch noch zu verschiedenen Zeiten in verschiedene Monaten bzw. Zeiträumen.
Die Schilder soll man natürlich im Vorbeifahren innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde komplett gelesen und verstanden haben. Oftmals gibt es eine digitale Anzeige.
In dem Fall hab ich aber erst im Rausfahren gesehen, dass die ZTL während unseres Besuchs aktiviert wurde.

Danach gings nach Sant Andrea. Dort gibt es einen Steinbogen, der wunderschön aus dem türkisen Wasser herausragt. Nur wo ist er denn??? Tja, da kommen wir leider ein paar Monate zu spät. Der als “Liebesbogen” bekannte Stonearch ist dieses Jahr am Valentinstag eingestürzt. Somit konnten wir nur noch ein Steinhäufchen begutachten – das Meer ist hier trotzdem wundervoll türkis.

Aber zurück zu Otranto bzw. zu unserer Fahrt dorthin. Mittlerweile merkt man schon, dass die Ferien begonnen haben und Sonntag ists ja auch noch. Jedes noch so kleine Stückchen Strand ist belegt. Ist uns heute zwar egal, aber der Verkehr ist trotz Motorrad fast nicht zu überwinden.
Das schöne ist halt, wenn man sich so mit dem Motorrad durch die Autos schlängelt oder mal etwas schneller fährt, als erlaubt (würden wir natürlich nie machen…), hätte man in Deutschland schon dreimal seinen Führerschein verloren – hier fahren die Autos einfach ein bisschen rechts und die Motorradfahrer teilen sich den Mittelstreifen. Vermutlich nicht immer ganz legal, aber total entspannend.

In Otranto angekommen profitieren wir gleich vom nächsten italienischen Vorteil für motorisierte Zweiradfahrer: Fast in jeder Stadt gibt es an etlichen Stellen Roller- und Motorradparkplätze. Nur in Alberobello mussten wir erleben, dass die dafür Geld wollten (auch noch gleich viel, wie für einen Autoparkplatz) – normalerweise sind sie super zentral gelegen und KOSTENLOS.

Vor hier aus starten wir unsere Wanderung. Anja hat da mal was vorbereitet und wir laufen wunderschön der Küste entlang. Teilweise oben auf steilen Klippen und teilweise ganz flach am Wasser – es ist heute wild und ungestüm – nix zum Baden, dennoch wundervoll anzusehen. Vorbei am Lago Bauxite gings wieder zurück in die Stadt. Wir wundern uns, dass so wenig los ist, als wir so langsam wieder zurück in der Zivilisation sind, werden aber eines besseren belehrt, sobald wir in die engen Gassen der Stadt eintauchen. Wir gönnen uns zusammen eine Puccia – eine Spezialität aus Apulien. Auf gut deutsch: ein belegtes Brötchen! Es was sehr lecker, hätte für den Preis aber auch gerne dreimal so groß sein dürfen. Danach gabs noch ein leckeres kaltes Eis. Denn heute ist es eigentlich richtig schwül und man würde extrem schwitzen, aber irgendwie geht grad soviel Wind, dass der Schweiß wieder trocknet.

Das besondere für mich an dieser Stadt ist die Bucht, die sie umschließt. Ein Hafenbecken mit Sandstrand und überall ankern Boote, wie in den wunderschönen Buchten von Sardinien. Das hab ich so noch nie gesehen. Und es ist VOLL – grad, dass sie sich nicht stapeln, um noch einen guten Platz zu bekommen.

Auf dem Heimweg gehen wir noch kurz einkaufen. Wir haben FleichEssLust!
Das Hähnchensteak und die Schweinehälfte landeten sofort in der Pfanne. Ach ne, war ja andersrum halbes Hähnchen und Schweinesteak.

Motorradtour nach Otranto

Wanderung

Schreibe einen Kommentar