Letzter Juni-Tag – Abschluss der ersten Hälfte des Jahres – Tag 40 unserer Reise
Heute ist es morgens ein bisschen bewölkt. Eine willkommene Abwechslung, wäre da nicht das Thema mit dem Strom. Eine halbe Stunde später hatte sich das “Problem” auch wieder erledigt.
Am Nachmittag wollen wir eine kleine Runde mit dem Motorrad ins Hinterland und mal wieder ein paar Bergdörfer abklappern. Wäre da nicht der Wetterbericht. Um 15:00 Uhr soll’s leicht nieseln und ab 19:00 Uhr Gewitter. Um kurz vor fünf sind dann einfach losgefahren, nachdem am Nachmittag doch kein Regen kam. Eine sehr gute Entscheidung.
Erst sind wir zum Castello Federiciano gefahren, das in der Nähe ganz toll direkt am Meer liegt und mittlerweile ein Restaurant beherbergt. Danach ging’s nach Amendolara. Ein Eis half etwas beim Abkühlen. Die Straße nach Castroregio war glaub wieder gesperrt, aber wie hätten wir sonst da hinkommen sollen? Und wie kommt sonst irgendjemand dorthin? Fragen über Fragen. Und warum war die Straße überhaupt gesperrt – sie war um ehrlich zu sein auch nicht viel schlechter als alle anderen.
In Castroregio wollten wir uns eigentlich ein bisschen die Füße vertreten, haben es aber wieder mal geschafft uns mit dem Motorrad festzufahren. Deshalb sind wir nach dem Wendemanöver auf 17 Zügen gleich weiter nach Albidona.
Aber bevor ich über Albidona schreibe muss ich euch sagen, dass der Weg dorthin der absolute Hammer war! Ich kann es nicht jedem empfehlen. Die Strecke ist nur was für Leute, die schon ein bisschen Erfahrung mit den süditalienischen “Straßen” haben und daran Gefallen finden. Es ging durch einen Eichenwald auf einer Art gut ausgebautem Wanderweg und vorbei an einer Gruppe herzlich winkender Pfadfinder, die dort vielleicht grad Spuren lesen geübt haben. Jetzt können sie sich an Motorradreifen versuchen 🤣!
Und dann kamen wir irgendwann in Albidona an. Ein tolles Bergdorf mit allem, was dazugehört. Nagelneue Schilder, die auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt hinweisen und eine digitale Anzeigetafel, die unter anderem die Temperatur anzeigte. Und sie war ganz und hat funktioniert. 28° – ganze 10° kühler, als am Bulli, als wir losgefahren sind – richtig angenehm hier oben. Die Gassen waren schön sauber, aber leider merkt man auch hier, dass die Menschen immer mehr abwandern aus den kleinen Dörfern. Viel steht leer – viel verfällt – und nur sehr selten wird renoviert und wieder aufgebaut.
Am Schluss unserer Tour haben wir noch einen Abstecher nach Trebisacce gemacht und sind Abendessen gegangen.
Zurück am Bulli einmal durchgelüftet, geduscht und dann noch ein Bierchen und dem tiefroten Mond beim Emporsteigen zugeschaut.
Und dann noch eine ganz lustige Geschichte: An unserem Turm parkt immer noch ein Motorrad! Als wir am Zusammenpacken sind, um uns in unsere Gemächer zurück zu ziehen, gehen auch zwei dunkle Gestalten auf das Motorrad zu – Helme in der Hand. Doch dann steigen sie nicht auf und fahren weg, wie es zu erwarten gewesen wäre, sondern drehen ab und laufen auf uns zu. Was wollen die? Als sie näher kamen können wir erkennen, dass es sich um ein junges Paar handelt (vermutlich zumindest – es waren auf jeden Fall einmal Männlein und einmal Weiblein – vermutlich zumindest). Und dann, nach den 50 Metern wird unser Motorrad gelobt und dass er noch niemals einen solchen Auspuff bei der Maschine gesehen hätte. Da waren wir schon platt, einfach zum Bewunderung aussprechen sogar noch einige Meter laufen und das bei Nacht im Dunkeln. Das ist was, was wir uns auf jeden Fall mitnehmen wollen – die Positivität – das Loben – die Bewunderung aussprechen – die Welt verträgt das!
Mal schauen, was uns morgen erwartet.













