Wir packen alles zusammen und zahlen unsere Rechnung am Campingplatz. Wir dürfen auch später erst rausfahren – gar kein Problem – und wir dürfen auch noch die Räder vom Platz nutzen – auch gar kein Problem. Also fahren wir noch “kurz” an den See. Etwas nördlich von Shkodër liegt der “Liqeni i shkodrës” – der See von Shkodër. Zumindest heißt er hier in Albanien so. Die andere Hälfte liegt nämlich schon in Montenegro. So nah sind wir schon an der Grenze. Wir radeln bis nach Shiroka und setzen uns kurz auf eine Mauer am See. Es kommen schon die ersten Tropfen runter und wir treten etwas flotter als vorher die Rückfahrt an. Die Tropfen, die uns treffen, verdunstet meist schneller, als dass sie runterkommen. Kurz vor dem Campingplatz will Anja noch in eine Bäckerei – ich hab nur Bedenken wegen den immer näher kommenden dunklen Wolken. Noch schnell über die Straße und wir sind zu Hause. Die Wäsche schnell abhängen, die fast schon trocken war und jetzt wieder ein paar Tropfen abgekriegt hat. Noch einmal rasch in den Fluss, den Schweiß abwaschen und noch einmal eine Dusche mit warmem Wasser und Schaum. Wir ziehen los und können nicht einmal mehr ordentlich Danke und Tschüss sagen, weil in dem Moment ein ordentlicher Wolkenbruch hernieder prasselt.
Vielleicht zwei Kilometer südlich ist die Straße wieder trocken, wir gehen Einkaufen und füllen unsere Vorräte auf für die kommenden Tage am Meer. Wir suchen uns bei Google Maps die längere und hoffentlich steigungsärmere Strecke raus und geben Gas, also Diesel. Wie es bei Google Maps halt so ist, es meint es manchmal gut mit Dir und plant einfach mal um. Es war jetzt nicht ganz sooo günstig, dass es uns ein paar Kilometer sparen wollte, denn dadurch sind wir wieder auf der Strecke über einen Berg gelandet, die wir eigentlich vermeiden wollten. Ja und der Berg hatte es echt in sich – so eine steile Strecke hatte ich glaub noch nie mit dem alten Herrn und dann auch noch über einen guten Kilometer. Nur umdrehen war auch keine wirkliche Option – also Zähne zusammenbeißen und durch. Und wieder einmal hat uns unser Freund nicht im Stich gelassen.
Der letzte halbe Kilometer ist unbefestigt und wir rollen langsam um die meisten Schlaglöcher drum herum. Als wir unserem Stellplatz näher kamen trauen wir unseren Augen nicht – wer steht da und wartet quasi auf uns? Inge und Helmut, die wir in Orikum kennengelernt haben. Sie haben sich gedacht, dass wir ja vielleicht noch vorbeikommen, bevor sie am Montag dann ihre Heimreise antreten. Der Hammer und eine absolute Überraschung.












