Wir starten mal wieder etwas Verrücktes. Hier in den albanischen Bergen im Norden gibt es zwei Täler, die man scheinbar gesehen haben muss.
Valbona und Theth sind allerdings beides Sackgassen und die Anfahrt ist bei keinem definitiv nicht mit dem Bulli machbar und schon gleich gar nicht mit dem Hänger. Mit dem Motorrad würde es gehen, es wäre aber zu lange für Anja ihren Popo. Vielleicht mit einer Übernachtung in Valbona? Dann könnte es eventuell gehen und zwischendrin kann man mit der Fähre fahren, das wäre ja auch schon Erholung.
Beim Recherchieren stolpern wir auf einmal über einen Anbieter, der einen mit dem Bus zur Fähre bringt und am anderen Ende wieder mit dem Bus nach Valbona. Von dort aus kann man nach Theth wandern und wird dann wieder mit dem Bus abgeholt und zurückgebracht nach Shkodër. Hmmmm – ist schon irgendwie irre – also machen wir’s!
Natürlich nicht mit dem erstbesten Anbieter, wir finden einen Campingplatz auf dem wir unseren Bulli bewacht stehen lassen können und der auch die Runde auf seiner Internetseite bewirbt und anbietet.
6:30 ist Abfahrt. Wir werden von einem Taxi zur Busstation gebracht und dann mit vielen anderen zusammen in ca. 1,5 Stunden zur Bootsanlegestelle. Auf einer tollen nagelneuen Straße geht es in die Berge hinein. Irgendwann hält der Bus vor einem Tunnel an – Endstation, ab hier müssen wir zu Fuß weiter. Erst einmal völlig verständnislos, warum er uns die letzten Meter nicht mehr hinfahren will, erschließt es sich uns im Moment, als wir aus dem 460 Meter langen Tunnel wieder ans Tageslicht treten. Auf einem kleinen Plateau von ca. 30 x 20 Meter tummeln sich Autos, Motorräder und Wohnmobile und vollziehen ein wahres Ballett um auf die kleinen Fähren zu kommen. Alleine um das zu sehen, hätte sich die Fahrt hierher eigentlich schon rentiert.
Aber bei uns geht’s jetzt mit dem Boot weiter. Wir sehen die Fähre nebenan und befürchten, dass unser Boot auch so vollgestopft wird, aber wir legen ab und es ist bei uns absolut entspannt. Wir gleiten durch eine wunderschöne Fjordlandschaft – so stelle ich mir Norwegen vor. Knapp 2 Stunden genießen wir die Fahrt, bis wir in Fierze ankommen. Ein tolles Erlebnis!
Ab jetzt geht’s in einem kleinen Bus weiter bergauf. Kurve um Kurve – Serpentine um Serpentine. Bis wir an der Zufahrt zu unserem Hotel ankommen. Feldwege fahren die Busse nicht und so geht’s für uns den letzten Kilometer zu Fuß weiter. Wir werden herzlich begrüßt und gehen erst mal aufs Zimmer. Nach wir uns auf unserem Balkon ein bisschen gesonnt haben und nach einem Flug mit der Drohne, ist es auch schon Abendessenszeit. Hier in den Bergen verabschiedet sich die Sonne etwas früher und wir gehen auch ein bisschen früher als sonst ins Bett, weil morgen wird ein etwas anstrengenderer Tag.


















