Heute wollen wir nach Berat. Doch dazu ziehen wir erst einmal um. Wir überlegen hin und her und landen final an einem Stellplatz an einem See. Die Anfahrt nenne ich mal wieder interessant, der Platz ist es auf jeden Fall wert. Wir stehen komplett alleine. Diesmal genießen wir nicht erst, sondern laden gleich ab und machen uns auf den Weg.
Berat die Stadt der 1000 Fenster – nicht nachgezählt. Erstmal die Burg anschauen. Als wir dort ankommen und nach einem Parkplatz fürs Motorrad fragen, öffnet er uns fast wortlos die Schranke und wir können direkt in die Burg fahren und dort parken. Wir drehen eine Runde und bestaunen die Burganlage. Es gibt Kirchen und Moscheen auf dem Gelände (alle nicht mehr aktiv). Mittlerweile gibt es einige Hotels und Gasthäuser und noch mehr Restaurants und Bars (die sind alle aktiv). Danach fahren wir in die Unterstadt – da wo es die vielen Fenster gibt.
Unsere Entdeckungstour führt uns am Fluss entlang. Auf einmal hören wir vom anderen Flussufer ein klägliches Miauen. Nach intensiver Suche kann Anja ein kleines Kätzchen ausmachen, dass vermutlich die steile Mauer auf der anderen Seite hinunter gefallen ist und sich am Rand in ein paar Schilfhalmen retten konnte. Ich hab dann mich und meine Unterhose geopfert und bin durch den Fluss (nicht so richtig lecker) auf die andere Seite geschwommen. Das Kätzchen hat sich dann allerdings in ein Entwässerungsloch der Mauer verzogen und zwar so tief, dass ich es nicht erreichen konnte. Alles umsonst, aber wenigstens versucht. Wieder auf den anderen Seite angekommen, mussten wir mich erstmal wieder von dem Schlick befreien, durch den ich unterwegs gewatet bin. Und jetzt die Frage: mit der nassen Unterhose in die Hose rein??? Hab dann doch den Striptease mitten in Berat auf der Kiesbank vorgezogen und bin dann ohne Schlüpper rumgelaufen. Also die Hose hab ich natürlich schon wieder angezogen. Vermutlich war ich für ein paar Menschen heute Abend die Hauptattraktion in der Stadt.
Danach sind wir noch lecker traditionell Essen gegangen. Fergese, eine Creme aus Feta, Paprika, Knoblauch und vermutlich noch allerlei anderem Kleinkram, schmeckt total klasse. Das werden wir zu Hause auch mal versuchen nachzumachen.
Auf dem Heimweg noch kurz das Motorrad volltanken – wie immer. Mit Karte zahlen – wie immer. Handy Anja – nicht akzeptiert. Mein Handy – nicht akzeptiert. Mit der Karte versucht – nicht akzeptiert. Bargeld eigentlich nicht mehr vorhanden, weil wir auch das Essen schon bar zahlen mussen. Mit Müh und Not konnten wir dann fast die ganze Summe mit Lekë und Euro zusammen legen. Der Tankwart hat mit Hilfe von zwei Jugendlichen und dem Besitzer der Tankstelle am Telefon, dann irgendwann und letzten Bargeldreserven akzeptiert und uns fahren lassen. Es hat ja auch nicht mal mehr ein Euro gefehlt. Puh – Glück gehabt. Am Abend gleich noch wieder den Geldbeutel befüllt, damit das nicht wieder so schnell passiert.






















